Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Technik, Optimierung und Tuning von Motor und Leistung, Auspuff

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von DaR1 » 28. Mai 2014, 20:57

Hi,

also für mich mal zum Verständnis.
Reicht es nicht die markierten Löcher am Ventildeckel zu schließen (Membran und das Gelumpe vorher raus?).

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Die Löcher im LuFi-Kasten natürlich auch!

Merci,
Daniel
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von PEB » 28. Mai 2014, 21:05

Vom Prinzip her ja.
Aber du hast dann immer noch einen größeren Hohlraum, der wie ein Resonanzraum wirkt.
Ich kann zwar nicht sagen welche Auswirkung das hat, aber es wird mit ziemlicher Sicherheit eine Auswirkung auf den Staudruck im Auslassbereich haben.
Vielleicht kann Rene etwas mehr dazu sagen?

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von Jonny147 » 28. Mai 2014, 21:23

soda64 hat geschrieben:Hi Peb,

ist ja schon länger her aber trotzdem die Frage:
hast du die SLS-Bohrung und M8 erledigt oder doch einfach mit Platte zugemacht?
Was hat sich dann geändert bezüglich des Motorgeräuches?
die Frage kommt daher, weil meine R1 schön tickert.
RN12 :???: ich kann nicht sagen. ob es ventile sind, denke aber es ist ein helles geräuch zwischen 2/3-4000U
Moin,
so ein geräusch hab ich auch.Bei mir war es leider nicht das SLS :-( :( :(
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Renekr82
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von Renekr82 » 28. Mai 2014, 22:24

Wenn wir das jetzt mal aus der Strömungslehre betrachten unter einbeziehen der Verbrennungsdynamik und die Mechanik der Gase kommen wir zu folgendem.

1. Durch verschließen der Bohrungen im Kopf verhindern wir einen Resonanzraum. Bedeutet das die reflektierte Druckwelle mit mehr "Kraft" bzw. Druck in den Auslasskanal knallt. Dieses wirkt sich im Hochleistungsbereich aus, nämlich erst dann kann diese Welle wirksam werden. Durch die Ventilüberschneidung und dem erzeugten Unterdruck aus der Auspuffanlage gelangt viel Kraftstoff-Luftgemisch in den Brennraum und wird zu einem gewissen Teil mit in den Auslasskanal gesogen. Die Druckwelle drückt dieses Gemisch zurück.

2. Das SLS bzw die Membran öffnet auf Unterdruck, dieser entsteht bei jedem Ausstoßtakt, mehr oder weniger stark ausgeprägt, Last und Drehzahlabhängig. Dieser Unterdruck ist umso größer, je heißer die Abgase sind und desto schneller diese sich bewegen. Denn die Abgase müssen wir als eine bewegte Masse sehen, diese zum einen in Bewegung gebrachte Masse hat eine Bewegungsrichtung, diese sie auch beibehält , Trägheitsmoment. Das ist für uns ein wichtiger Punkt, um wirksam mit der Ventilüberschneidung zu arbeiten. Der nächste Unterdruck entsteht dann wenn die heißen Abgase abkühlen und sich zusammen ziehen, dadurch haben wir einen "Sogeffekt", dieser bewirkt das aufgehen der Membrane um Luft in das Abgassystem zu leiten, saugen. Wenn wir also das SLS ausser Kraft setzen und die Bohrungen verschließen, bedeutet das im Klartext: Mehr "Luft für den Brennraum", ich sage hier expliziet "Luft", denn daduch das wir den Sog nun nicht mehr im SLS nutzen, steht dieses mehr an Sog -> Unterdruck, dem Motor zur verfügung. Durch dessen bessere Saugwirkung gelangt dann mehr Luft durch die Kanäle. Beim Vergasermotor würde dies zu einem anfetten führen! Beim Einspritzer magert dieser ohne Kontrolleinrichtungen ab, da Luft und Kraftstoff nicht gekoppelt sind (kein Venturieffekt). Je nach dem ob ein Exup-System verbaut ist, sind diese Verhalten mehr oder weniger ausgeprägt.

Ich hoffe es einigermaßen verständlich erklärt zu haben.

Gruß

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von DaR1 » 29. Mai 2014, 08:55

Hallo Peter und Rene,

erstmal vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz im Forum und den geduldigen Versuchen so einem einfach Gemüt, wie mir die Zusammenhänge zu erklären!
Top!

Trotzdem ist mir jetzt noch nicht Alles ganz klar.

Wenn ich die Schlauchstutzen (im Bild gezeigten) also verschließe, lasse ich einen entsprechenden Resonanzraum.
In der Folge wird eine unkontrollierte Luftmasse in den Brennraum gesogen, was bei einer RN12 (weil Einspritzer) zum abmagern führt. Und das wollen wir nicht.

1. Es gibt ja Hersteller, die Abdeckplatten zum Verschließen verkaufen. D.h. diese sind nicht zu empfehlen bzw. können sogar negative Auswirkungen haben? Da diese ja ähnlich meiner Methode einfach oben den Ventildeckel vershließen ...

2. Mir ist jetzt nicht ganz klar wo genau ihr mit Marderschrauben welche Löcher verschlossen habt? Denn PEB hat ja das Luftsperrventil entfernt und die "Lücke" mit einem Alurohr "überbrückt"! Oder ist das bei der 2. "Überarbeitung" rausgeflogen? Es wäre ja Quatsch die "Schlauchbrücke" zu montieren und darunter aber alles schon verschlossen zu haben?!

3. Habt Ihr die Membrane nun entfernt oder (aus welchem Grund) drin gelassen?

...

So wie es verstanden habe, ist der Ausbau ja eigentlich wirkungslos (gut eventuell andere Geräuschkulisse) und dient nur der Entfernung eines unnütz geworden Systems, da ich den Kat ja auch schon draußen habe.

Nur zur Info:
Bei mir ist der Kat raus, SLS und EXUP folgen jetzt, ich fahre die Originale Auspuffanlage...
Falls das von Bedeutung sein sollte...

Merci,
Daniel
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von PEB » 29. Mai 2014, 09:03

Wenn du die Kanäle mit den Madenschrauben verschlossen hast, kann alles andere wegbleiben.
Membranen, Deckel, Schläuche ...

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von SLIDER-S » 29. Mai 2014, 10:32

PEB hat geschrieben:Wenn du die Kanäle mit den Madenschrauben verschlossen hast, kann alles andere wegbleiben.
Membranen, Deckel, Schläuche ...
Ich hab ja bei mir auch Madenschrauben im Ventildeckel montiert, die Bohrungen im V-Deckel haben
knapp 6 mm und so hab ich einfach M 7er Gewinde rein geschnitten.
Hab 4 Schrauben genommen, den Kopf abgeschnitten und mit der Säge nen Schlitz geschitten um sie
drehen zu können, diese dann mit bissl mittelfesten Loctite eingesetzt.
Da im V-Deckel dann aber die Mulden von Membran und Kleinteilen offen ist und das wohl ein Dreckfänger
wäre,
hab ich mir aus ALU in der Dicke der Membranplatten ein paar Deckel gemacht.
Diese habe ich mit etwas Dichtmasse eingesetzt und da die Gewindebohrungen wo die SLS-Deckel
verschraubt sind, eine durchgehende Bohrung ist, müssen da auch wieder Schrauben rein sonst kommt
da Öl/Ölnebel raus ;-)
Ich habe unter die Schrauben dann etwas größere U-Scheiben gelegt, damit werden die angefertigten
ALU-Deckel festgeklemmt.
Ausser dem Schlauchanschluß an der Airbox, muß auch noch das Loch in dem das SLS-Ventil gerhaltert ist
verschlossen werden ;-)
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von Renekr82 » 29. Mai 2014, 10:38

DaR1 ... wir geben uns hier viel Mühe.

Wie Slider sagt, solltest du bereits so dicht wie möglich am Auslasskanal die Bohrungen verschließen.

Wenn du dein Exup entfernst, wirst du um eine Abstimmung nicht rum kommen.

Gruß

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von DaR1 » 29. Mai 2014, 10:43

So, jetzt auch der Dümmste (also ich :smile: ) es verstanden!
Und danke, dass mich niemand für "Marderschrauben" abgemahnt hat :-D

Besten Dank!

Also, ich plane eh eine baldige Motorrevision machen zu lassen (Ventile einstellen und nachschauen ob noch alles tutti ist)!
Kenne nur niemanden (Händler), dem ich da ausreichend vertraue.
Zahle fair, falls sich jemand im Umkreis findet!

Wenn dann alles fein ist, mach ich auch gerne eine anschließende Abstimmung.
Wie gesagt das Bike läuft prächtig und das soll auch noch eine Weile so bleiben!
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von SLIDER-S » 29. Mai 2014, 10:50

@ Daniel

Schreib doch mal Deinen Wohnort in dein Profil ;-) woher kommst Du denn :nixweiss:
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von DaR1 » 29. Mai 2014, 11:30

Hi Slider,

Bochum.
Würde aber auch entsprechenden Anfahrtsweg in Kauf nehmen ...
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von Renekr82 » 29. Mai 2014, 11:45

Vor einigen Wochen kam auch jemand aus Bochum hier her. Der hat sich auf der Werkbank erklären lassen wie das mit dem Ventile einstellen geht. Nach der Theorie konnte er dann sein Wissen an einem Zylinderkopf hier erproben. Auch das auflegen der Kette etc. haben wir geübt.

Jedoch möchte er es nicht selbst machen ... ist halt viel Arbeit die da auf einen zu kommt.

Gruß

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von SLIDER-S » 30. Mai 2014, 23:11

Da im V-Deckel dann aber die Mulden von Membran und Kleinteilen offen ist und das wohl ein Dreckfänger
wäre, hab ich mir aus ALU in der Dicke der Membranplatten ein paar Deckel gemacht.
Sieht dann so aus :smile:
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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von Exuser159 » 2. Juni 2014, 13:30

Renekr82 hat geschrieben:Wenn wir das jetzt mal aus der Strömungslehre betrachten unter einbeziehen der Verbrennungsdynamik und die Mechanik der Gase kommen wir zu folgendem.

1. Durch verschließen der Bohrungen im Kopf verhindern wir einen Resonanzraum. Bedeutet das die reflektierte Druckwelle mit mehr "Kraft" bzw. Druck in den Auslasskanal knallt. Dieses wirkt sich im Hochleistungsbereich aus, nämlich erst dann kann diese Welle wirksam werden. Durch die Ventilüberschneidung und dem erzeugten Unterdruck aus der Auspuffanlage gelangt viel Kraftstoff-Luftgemisch in den Brennraum und wird zu einem gewissen Teil mit in den Auslasskanal gesogen. Die Druckwelle drückt dieses Gemisch zurück.

2. Das SLS bzw die Membran öffnet auf Unterdruck, dieser entsteht bei jedem Ausstoßtakt, mehr oder weniger stark ausgeprägt, Last und Drehzahlabhängig. Dieser Unterdruck ist umso größer, je heißer die Abgase sind und desto schneller diese sich bewegen. Denn die Abgase müssen wir als eine bewegte Masse sehen, diese zum einen in Bewegung gebrachte Masse hat eine Bewegungsrichtung, diese sie auch beibehält , Trägheitsmoment. Das ist für uns ein wichtiger Punkt, um wirksam mit der Ventilüberschneidung zu arbeiten. Der nächste Unterdruck entsteht dann wenn die heißen Abgase abkühlen und sich zusammen ziehen, dadurch haben wir einen "Sogeffekt", dieser bewirkt das aufgehen der Membrane um Luft in das Abgassystem zu leiten, saugen. Wenn wir also das SLS ausser Kraft setzen und die Bohrungen verschließen, bedeutet das im Klartext: Mehr "Luft für den Brennraum", ich sage hier expliziet "Luft", denn daduch das wir den Sog nun nicht mehr im SLS nutzen, steht dieses mehr an Sog -> Unterdruck, dem Motor zur verfügung. Durch dessen bessere Saugwirkung gelangt dann mehr Luft durch die Kanäle. Beim Vergasermotor würde dies zu einem anfetten führen! Beim Einspritzer magert dieser ohne Kontrolleinrichtungen ab, da Luft und Kraftstoff nicht gekoppelt sind (kein Venturieffekt). Je nach dem ob ein Exup-System verbaut ist, sind diese Verhalten mehr oder weniger ausgeprägt.

Ich hoffe es einigermaßen verständlich erklärt zu haben.

Gruß
Imprenzip hast Du Recht. Aber bitte mathematisch nachweisen :ymdevil: :ymdevil: :twisted: :twisted:
Wenn der Weg das Ziel ist, könnten wir uns ja eingentlich in aller Ruhe mit einem Kasten Bier auf die Straße setzen :)

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Re: Frage zum SLS-Ausbau bei RN12

Beitrag von DaR1 » 2. Juni 2014, 13:44

Hey Rene,

das hört sich nach einem sehr interessanten Workshop an, den Du da mit dem Kollegen gemacht hast!
Ich würde es aber auch wenn ich wüsste wie es geht jemanden machen lassen, der sich routiniert damit auskennt.
Denn die Kiste rennt ja, muss ich also nicht untalentiert und unerfahren kaputtwarten ;-)

Wenn ich mal in der Nähe bin, kann ich ja vielleicht auch mal auf einen Kaffee reinschauen...

VG, Daniel
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